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    Wenn am Sonntag um 16 Uhr die OrangeAcademy aus Ulm zum ersten Heimspiel 2020 in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB Süd in der HUK-COBURG arena ihre Visitenkarte beim BBC Coburg abgibt, trifft sie die Gastgeber auf einem Höhenflug. Noch nie in 66 Jahren Geschichte standen die Vestestädter so gut da wie momentan: Platz drei in der ProB. Jetzt muss nur noch die Heimbilanz aufpoliert werden.

    Denn bislang haben die Coburger in der eigenen Halle in sieben Spielen nur drei mal gewinnen können – in der Fremde gab es sechs Siege in acht Partien. Mit einem Erfolg gegen die Schwaben wäre die Bilanz auf der Lauterer Höhe zumindest ausgeglichen.

    Das wird allerdings nicht einfach werden, kämpfen die Ulmer doch um die Playoff-Teilnahme. Mit einerBilanz von 6:9 Siegen stehen sie derzeit auf Rang acht und damit gerade noch so im erlauchten Kreis der Viertelfinal-Teilnehmer. Allerdings: Mit den Teams aus Frankfurt und München sind zwei weitere Zweitvertretungen punktgleich mit den Jungs in Orange, einzig der direkte Vergleich hält die Ulmer auf dem achten Platz.

    Schon im Hinspiel musste sich der BBC klar machen, wie schwer es gegen den Nachwuchs der Ulmer Bundesliga-Truppe werden kann. Das 58:53 wird sicher nicht als eines der schönsten Spiele in die Basketball-Geschichte eingehen, war aber der wichtige erste Coburger Saisonsieg. In der altehrwürdigen Kuhberghalle erkämpften sich Christopher Wolf und Co. damals in einer dramatischen Schlussphase nach vier Pleiten zum Saisonbeginn den Auswärtserfolg.

    Gewarnt sein sollten die Vestestädter also. Auch, weil der Trainer der Ulmer als Kämpfer bekannt ist. Anton Gavel ist bekanntermaßen eine der Bamberger Basketball-Ikonen der 2010er Jahre. Vier Mal wurde er mit den Bambergern Meister, drei Mal Pokalsieger. Dazu wurde er zwei Mal als bester Verteidiger der Basketball-Bundesliga ausgezeichnet und Final-MVP 2013. Zuvor wurde er 2006 im Trikot von Gießen bester Nachwuchsspieler, gewann mit Bayern München 2018 das Double und spielte an der Seite von Dirk Nowitzki 2015 bei der Europameisterschaft in Berlin für Deutschland. Eine echte Legende zu Gast in seiner alten Heimat Oberfranken, für deren zahlreiche Fans sich der BBC etwas ausgedacht hat: Wer am Sonntag mit einem Gavel-Trikot das Spiel besucht, erhält freien Eintritt.

    Auch einer seiner Schlüsselspieler trägt einen Namen, der in Oberfranken einen besonderen Klang hat. Zach Ensminger ist der Sohn von Chris Ensminger, der zwischen 2001 und 2008 unter den Körben der Bamberger Basketballer aufräumte und die Bamberger unter anderem 2005 zu ihrer ersten Meisterschaft führte. Sein Sohn Zach ist auf den kleinen Positionen zuhause und der Schlüsselspieler im Team der Ulmer: Mehr als 30 Minuten pro Spiel steht der 18-Jährige auf dem Parkett, markiert 12,7 Punkte und spielt 4,1 Assists. Damit ist er bester Vorlagengeber und zweitbester Scorer seines Teams. Auch Fans, die ein Ensminger-Trikot besitzen, erhalten am Sonntag freien Eintritt.

    In Punkto Punktausbeute liegt nur Christoph Philipps bei den Ulmern vor Ensminger: Der 2,04 Meter große Flügelspieler sieht regelmäßig Spielzeit in der BBL-Truppe und kann auch einige internationale Einsätze vorweisen. In der ProB ist er mit 14,6 Punkten im Schnitt der viertbeste Scorer unter 22.

    Mit seinen 21 Lenzen ist Philipps nur knapp halb so alt wie Nils Mittmann: Der ist die absolute Verkörperung des Wortes Routinier, schließlich ist Mittmann inzwischen in der vierten Dekade Profi! Ab 1998 spielte er für Braunschweig, danach für Ulm, Würzburg, Ludwigsburg und Tübingen, absolvierte 385 Erstliga-Spiele. Dazu kommen seit 2014 noch bislang 150 Spiele für die Zweitvertretung der Ulmer. Macht insgesamt 535 Spiele in BBL, ProA und ProB. Zum alten Eisen gehört er noch nicht: In fast 27 Minuten pro Partie liefert er 6,0 Punkte und 3,5 Rebounds ab.

    „Die Mannschaft hat viel von Tono: Sie verteidigen sehr intensiv, gehen immer Vollgas. Darauf müssen wir vorbereitet sein“, warnt Coburgs Cheftrainer Ulf Schabacker. „Wir dürfen nicht unvorsichtig werden nach unseren zwei Auswärtssiegen. Wenn wir nicht 40 Minuten dranbleiben, kann das ein böses Erwachen geben.“