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    Der erste Neujahrsempfang für Sponsoren und Unterstützer des BBC COBURG war ein voller Erfolg. Nicht zuletzt dank Rolf Beyer: Der Geschäftsführer von Brose Bamberg plauderte aus dem Nähkästchen des achtmaligen deutschen Basketballmeisters und fand zudem lobende Worte für die Vestestädter Korbjäger, die Entwicklungsstand und Zukunftspotentiale ihres Programms skizzierten. 

    Es war eine Premiere: Zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte hatte der BBC COBURG seine Sponsoren und Unterstützer zu einem Neujahrsempfang in die Räumlichkeiten der VR-Bank Coburg eingeladen. Rund vierzig aktive Förderer und solche, die darüber nachdenken, sich ebenfalls dem Kreis der Partner anzuschließen, waren dem Ruf des aufstrebenden Basketball-Regionalligisten gefolgt und erfuhren in knapp zwei Stunden allerhand Wissenswertes über Status quo und Zukunftsvisionen der beiden Klubs aus Oberfranken.

    Wolfgang Gremmelmaier, Vorstand des gastgebenden Geldhauses, eröffnete die Veranstaltung mit einem Grußwort, in dem er den BBC COBURG als stets verlässlichen und offen kommunizierenden Partner hervorhob. Sein Namensvetter beim BBC, der e.V.-Vorsitzende Wolfgang Hörnlein, und Manuel „Bobby“ Fischer, Geschäftsführer der BBC COBURG Spielbetriebs GmbH, passten den Ball sogleich zurück: „Schon seit den Anfängen unserer Bemühungen um den Coburger Basketball stärkt uns die VR-Bank Coburg konsequent den Rücken. Ohne ihr Engagement wären einige Quantensprünge wie die Einstellung eines hauptamtlichen Jugendtrainers undenkbar gewesen.“

    À propos Anfänge:  Als Hörnlein und Fischer das „Projekt BBC“ aus der Taufe hoben, ließ sich nur schwer erahnen, zu welchen Höhenflügen ihr „Baby“ inzwischen angesetzt hat. „In der ersten Saison kamen zwanzig Leutchen zu den Spielen im Sportzentrum Nord und wir haben ein bisschen aus Verzweiflung unsere eigenen Werbebanden aufgestellt“, erinnert sich Fischer mit einem Schmunzeln an die Geburtsstunden. Um sogleich ernster hinzuzufügen: „Inzwischen können und müssen wir in ganz anderen Dimensionen denken. Wir haben erkannt, dass diese neuen Herausforderungen nicht alleine von Teilzeit-Vereinsmanagern wie uns zu stemmen sind und uns deswegen sukzessive kompetente Hilfe für die verschiedensten Bereiche ins Boot geholt. Gerade der Einstieg von Brose als weiterem Hauptsponsor ist vor diesem Hintergrund für uns von immensem Wert, da er derlei Investitionen ermöglicht.“

    Dass die Zeiten sich tatsächlich massiv geändert haben, verdeutlicht nicht nur ein Blick auf die Zuschauerzahlen bei den Heimspielen in der HUK-COBURG arena, die inzwischen regelmäßig in den vierstelligen Bereich vordringen. Auch sportlich geht es mächtig vorwärts bei den Oberfranken: „Wir stellen die beste Defensive und die zweitbeste Offensive der 1. Regionalliga. Von 15 Partien haben wir 13 gewonnen und der Aufstieg in die 2. Bundesliga Pro B ist zwar beileibe kein Muss, aber wenn wir am Ende oben stehen sollten, werden wir uns sicher nicht dagegen wehren“, fasst Matthias Haufer, Sportlicher Leiter und Pressesprecher der Coburger, zusammen. Mittel- bis langfristig sieht er für den Standort das Potential, in Deutschlands zweithöchster Spielklasse, der 2. Bundesliga Pro A, Fuß zu fassen.

    Erfolge, die der BBC COBURG nicht zuletzt seinem Cheftrainer Simon Bertram zu verdanken hat, der aus einem umformierten Team schnell eine schlagkräftige Einheit bastelte. Der neue Mann an der Seitenlinie ist dementsprechend zufrieden mit dem bisherigen Saisonverlauf, aber noch lange nicht satt: „Mich freut es besonders, dass wir als Mannschaft viele unserer dynamischen Kleinziele erreicht haben. Spiele zu gewinnen ist die logische Konsequenz der Summe dieser akribischen Arbeit. Es gibt aber noch viel zu tun, sowohl in Bezug auf die erste Mannschaft als auch auf den Unterbau. Wir müssen die Struktur weiter stärken und im Zweifelsfall für solche Investitionen auch mal auf einen weiteren Profi für das Flaggschiff verzichten“, mahnt Bertram zur Besonnenheit bei allem Ehrgeiz.

    Auch die Spieler sehen das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht: „Ich habe an vielen Erst- und Zweitligastandorten gespielt und Coburg ist wirklich schon sehr weit, was die Organisation, das Umfeld und die mediale Aufbereitung anbelangt. Der BBC muss sich da nicht verstecken“, weiß Fabian Franke, ehemaliger Bundesligaprofi in Diensten der Fraport Skyliners Frankfurt, der das Projekt langfristig mitgestalten will: „Das Potential ist vorhanden.“

    Potential, das auch Rolf Beyer bestätigt. Der Geschäftsführer von Brose Bamberg, dem deutschen Branchenführer in Sachen Basketball und achtmaligen Landesmeister, hatte für die Coburger lobende Worte parat: „Man gewinnt den Eindruck, dass der BBC die Thematik nachhaltig und vernünftig angeht. Außerdem sind die handelnden Personen nicht beratungsresistent, sondern gehen auf Tipps und Vorschläge ein, das sind gute Voraussetzungen.“ Der Macher aus „Freak City“ bereicherte das BBC-Event mit äußerst kenntnisreichen und detaillierten Ausführungen zu den sonst nur Insidern zugänglichen Abläufen im Tagesgeschäft Profisport. So hob er mit einem Augenzwinkern in Richtung seines aufmerksam lauschenden Aufsichtsratsvorsitzenden Michael Stoschek, gleichzeitig Vorsitzender der Gesellschafterversammlung beim BBC-Hauptsponsor Brose, seine glückliche Lage hervor, „lediglich einem sehr überschaubaren Kreis von Entscheidungsträgern, mit denen ich sehr vertrauensvoll zusammenarbeite, Rechenschaft schuldig zu sein. Beim israelischen Topverein Maccabi Tel-Aviv zum Beispiel gibt es sechzehn Gesellschafter, die alle Einfluss auf Entscheidungen nehmen wollen“, sieht der 45-jährige in kurzen Dienstwegen und klaren Strukturen einen der Gründe, warum sein Arbeitgeber „besser performt als viele andere Klubs, die deutlich mehr Geld ausgeben.“ Die direkten Verhandlungen mit Spielervermittlern bei Transfers sind für den Wahlfranken häufig ein notwendiges Übel: „Es gibt äußerst seriöse Vertreter dieser Zunft, aber für manche hat das Wohl ihrer Zöglinge nicht unbedingt allerhöchste Priorität, sondern eher das eigene Bankkonto.“

    Brose Bamberg ist zweifelsohne derzeit der „Leuchtturm“ im deutschen Basketball, aber Beyer ist keiner, der sich auf seinen Lorbeeren ausruht: „Wir haben sicherlich bei den Verpflichtungen von Andrea Trinchieri als Headcoach und Daniele Baiesi als Sportdirektor die richtigen Entscheidungen getroffen. Baiesi zum Beispiel ist als ehemaliger NBA-Scout eine wandelnde Spielerdatenbank und findet mit schöner Regelmäßigkeit Rohdiamanten. Auch den Trainerstab konnten wir qualitativ und quantitativ erweitern. Trotzdem stehen wir weiterhin vor riesigen Herausforderungen: Die Marke Brose Bamberg muss noch zulegen, was Bekanntheit und Verbreitung betrifft. Dafür muss aber der Basketball selbst erst einmal seine Medienpräsenz steigern und die Nische verlassen. Im europäischen Vergleich hinken wir da noch immer hinterher. Das ist mir zum Beispiel beim Euroleague-Auswärtsspiel in Barcelona wieder bewusstgeworden, als ich sogar das Abschlusstraining vor der Partie in einer x-beliebigen Kneipe im Free-TV verfolgen konnte. Davon können wir hierzulande momentan nur träumen.“

    Als der „Meister-Geschäftsführer“ gegen Ende des unterhaltsamen Gesprächs noch seine Sympathien für den TSV Tröster Breitengüßbach offenlegte, war allerdings schnell Schluss mit den Nettigkeiten. „Die müssen wir leider in der Rückrunde trotzdem nochmal schlagen“, bedankte sich Sportleiter Haufer mit einer Pointe für Beyers Unterstützung bei einem äußerst gelungenen ersten, aber sicher nicht letzten BBC-Neujahrsempfang.

    Auf dem Parkett sind die BBC-Basketballer erst am 28. Januar wieder im Einsatz, wenn es zum Auswärtsspiel nach Schwabing geht. Zum nächsten Auftritt vor heimischem Publikum erwartet man am Sonntag, den 5. Februar, um 16 Uhr die viertplatzierten Baskets Vilsbiburg zum nächsten Schlager in der HUK-COBURG arena.

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