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In überzeugender Manier hat Erstregionalliga-Spitzenreiter BBC COBURG ein packendes Oberfrankenderby beim TSV Tröster Breitengüßbach mit 68:88 (38:40) für sich entschieden. Da Konkurrent Treuchtlingen erneut Federn ließ, rückt der Titelgewinn für die Vestestädter in greifbare Nähe.

Spielt Jordan Burris, oder spielt er nicht? Diese Frage beschäftigte vor dem Tip-off beide Fanlager in der mit über 800 Zuschauern pickepackevollen Breitengüßbacher Hans-Jung-Halle. Beim Aufwärmen war der US-Forward, der beide Partien des vergangenen Wochenendes wegen einer Knöchelblessur verpasst hatte, zunächst nicht zu sehen. Kurz vor dem Sprungball tauchte der Coburger Topscorer dann aber doch in Arbeitskleidung auf dem Parkett auf, zur Freude der Gäste und zum Entsetzen der Hausherren.

Ob taktisches Geplänkel oder Zufall – der Kalifornier zeigte umgehend eindrucksvoll, dass er in der Zwangspause keinen Rost angesetzt hatte. Burris erzielte zwölf der ersten 17 Punkte seiner Mannschaft und verwandelte aus der Distanz zu Beginn traumwandlerisch sicher. Als auch Yasin Turan einen schön herausgespielten Dreier einnetzte, konnte sich der Tabellenführer erstmals absetzen (9:20, 8.).

Die Gastgeber blieben unbeeindruckt und reagierten ihrerseits mit einem 13:0-Lauf, der ihnen die erste Führung seit der Anfangsminute bescherte (22:20, 12.). Energische Drives zum Korb brachten den BBC wiederholt in Verlegenheit und resultierten in 17 TSV-Freiwürfen vor der Pause. Überhaupt sah die große Kulisse, die für eine elektrisierende Atmosphäre sorgte, einen äußerst physisch geführten, aber keineswegs überharten Vergleich. Für insgesamt fünf Akteure ging das Derby mit dem fünften persönlichen Foul vorzeitig zu Ende. Vor allem die „Langen“ beider Teams beharkten sich in der Zone nach allen Regeln der Basketball-Kunst.

Entsprechend eng blieb die Begegnung. Breitengüßbach hätte einen hauchdünnen Vorsprung mit in die Kabine genommen, doch abermals Jordan Burris hatte etwas dagegen: Fast von der Mittellinie versenkte er mit der Halbzeitsirene einen Buzzer-Beater zum 38:40 für den BBC, der ohne Michael Herold und Sasa Gligorovic auskommen musste.

Nach dem Seitenwechsel waren zunächst wieder die Hausherren an der Reihe: Sven Lorber stellte per Dreier auf 50:43 (23.) und bestrafte die in dieser Phase etwas unsortierte BBC-Defensive. Der Ligaprimus ließ sich aber nie aus der Ruhe bringt und holte sich das Momentum zurück, als Center Daniel Stawowski mit Kontakt abschloss, den Bonusfreiwurf einnetzte und TSV-Führungsspieler Erik Land sein drittes Foul anhängte (50:51, 25.). Was nun folgte, war eine regelrechte Machtdemonstration der Schützlinge von BBC-Headcoach Simon Bertram: Binnen fünf Minuten schossen Steffen Walde, Fabian Franke und Co. einen Elf-Zähler-Vorsprung heraus und brachten ihre Farben auf die Siegerstraße (52:63, 30.).

Im Schlussabschnitt kamen die Güßbacher noch ein letztes Mal bis auf sieben Punkte heran, doch gegen die Schnellangriffe der Gäste war jetzt kein Kraut mehr gewachsen. Spätestens als Point Guard Eividas Molosciakas seinen direkten Kontrahenten zweimal nacheinander vernaschte und unbedrängt ablegte, stand fest, dass der BBC auch die zweite Auflage des Oberfrankenderbys gewinnen würde (65:78, 36.). Franke per Mitteldistanz-Sprungwurf und Walde aus der Spielfeldecke für drei machten den Deckel drauf und als Kapitän und „Verteididungsminister“ Andreas Albus 40 Sekunden vor Spielschluss den Endstand von 68:88 besorgte, kannte der Jubel bei den circa 300 mitgereisten Coburgern keine Grenzen mehr.

Die anschließenden Szenen versprühten einen Hauch von Meisterfeier, doch BBC-Sportleiter Matthias Haufer mahnte erneut zur Vorsicht: „Wir sind dann durch, wenn es rechnerisch feststeht. Aber heute haben wir einen ganz dicken Brocken aus dem Weg geräumt.“ Entsprechend lobende Worte fand Wolfgang „Jack“ Hörnlein, Vorsitzender des BBC e.V.: „Dieser Sieg gegen einen bockstarken Gegner mit Größenvorteilen war für mich der letzte Beweis, dass wir zurecht ganz oben stehen. Ich bin stolz auf die Jungs und auf unsere sportliche Leitung.“ Manuel „Bobby“ Fischer war ebenfalls begeistert: „Das Spiel hatte alles, was zu einem Lokalderby dazugehört. Ich hatte nicht erwartet, dass wir am Ende so klar die Oberhand behalten.“

Auch das spielende Personal zeigte sich zufrieden: „Heute haben wir echten Teambasketball gezeigt und auch nach Fehlern einfach weitergemacht, ohne Schuldzuweisungen und Hadern. Das war der Schlüssel“, betonte der wie gewohnt umsichtig agierende Molosciakas. Für Fabian Franke war die Strategie in der Defensive ausschlaggebend: „Mit unserem permanenten Switchen, also dem Übergeben von Gegenspielern, sind sie überhaupt nicht zurechtgekommen und wir haben so ihren Rhythmus nachhaltig gestört.“

Schon am nächsten Sonntag beim Heimauftritt gegen die BG Leitershofen/Stadtbergen (16 Uhr, HUK-COBURG arena) könnte der entscheidende Schritt in Richtung Durchmarsch folgen. Bei einem Spiel mehr hat der BBC momentan bereits zehn Punkte Vorsprung auf Verfolger Treuchtlingen, der in Ansbach deutlich unterlag.

Punkte BBC COBURG: Burris (25 Punkte, 4 Dreier), Franke (18), Walde (15, 1), Molosciakas (10), Stawowski (9), Eichelsdörfer (4), Turan (3, 1), Albus, Wyczisk (je 2), Tritscher, Eisenhardt (je 0).

Beste Werfer Breitengüßbach: Engel, Land (je 15), J. Dippold (11).

Eine aussagekräftige Komplettstatistik mit Rebounds, Assists, usw. konnte vom Gastgeber leider nicht zur Verfügung gestellt werden.

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